Im Rahmen des Forschungsprojekts „Birkenpioniere“ wird untersucht, wie Neuanpflanzungen auf trockenen, heißen Freiflächen unter den Bedingungen des Klimawandels erfolgreicher gelingen können. Besonders in Regionen wie Rheinhessen, die von heißen und trockenen Sommern betroffen sind, stellt der Trockenstress eine große Herausforderung für die Neuanpflanzung von Bäumen dar. Ziel des Projekts ist es, nachhaltige Pflanzmethoden zu entwickeln, die auch unter extremen klimatischen Bedingungen zu einer erfolgreichen Etablierung von Bäumen führen.

Ziel des Projekts

Durch den Einsatz von Pionierpflanzen wie Birken sollen klimafreundliche, schnell wachsende Baumarten auf schwierigen Standorten besser gedeihen können. Birken zeichnen sich durch ihre Robustheit aus und bieten eine gute Grundlage, um ein günstiges Mikroklima für andere Baumarten zu schaffen. Das Forschungsprojekt prüft verschiedene Pflanzmethoden und deren Wirkung auf die Überlebensrate und das Wachstum der Zielbäume.

Das Projekt wird von der WaldzumLeben-Initiative getragen, die sich der Aufforstung und dem Schutz von Wäldern widmet und in Zusammenarbeit mit der Vanessa-Weber-Stiftung sowie vielen engagierten Helfern, darunter auch Kinder, große Pflanzaktionen durchführt. Dr. Gunther Tiersch, Diplom-Meteorologe, und Herr Kiefer, Förster, betonen die Dringlichkeit, der Klimakrise entgegenzuwirken:

„Der Klimawandel ist längst in vollem Gange. Wir müssen was tun! Zusammen mit der Vanessa-Weber-Stiftung pflanzen wir Bäume – mit vielen Kindern und Helfern bei großen Pflanzfesten. Und: In wissenschaftlichen Projekten suchen wir nach optimalen Pflanzstrategien.“

Pflanzmethoden im Detail

Im Rahmen des Projekts werden drei verschiedene Pflanzmethoden getestet:

Methode 1: Zielbäume als Sämlinge zwischen Birken aussäen
Hier wird das Saatgut der Zielbaumarten direkt zwischen den bereits gepflanzten Birken ausgesät, um von deren Mikroklima zu profitieren.

Methode 2: Zielbäume als Setzlinge zwischen Birken pflanzen
In dieser Methode werden Setzlinge von Zielbaumarten in unmittelbare Nähe der Birken gepflanzt, um sie vor extremen klimatischen Bedingungen zu schützen und deren Wachstum zu fördern.

Methode 3: Vergleichsfeld ohne Birken
Ein Vergleichsfeld ohne Birken dient der Überprüfung der Wirksamkeit der beiden vorherigen Methoden. Hier wird nur das Saatgut der Zielbäume verwendet, um Unterschiede in den Wachstumsbedingungen zu messen.

Versuchsaufbau

Das Projekt wird auf einer Fläche von ca. 100 m² durchgeführt. Schutz vor Wildverbiss wird durch Zäune gewährleistet, und Bodenproben werden regelmäßig zur Laboranalyse entnommen. Zu den Zielbaumarten gehören unter anderem Feldahorn, Traubeneiche, Hainbuche, Vogelkirsche und Walnuss. Auch verschiedene Sträucher wie Weißdorn und Schlehe werden in die Tests einbezogen.

Erwartete Ergebnisse

Die Forscher hoffen, dass die verschiedenen Pflanzmethoden zu einer besseren Überlebensrate und schnellerem Wachstum der Bäume führen werden, auch unter den schwierigen Bedingungen von heißen, trockenen Sommern. Das Projekt soll wichtige Erkenntnisse darüber liefern, wie die Neuanpflanzung von Bäumen in Zeiten des Klimawandels effizienter und nachhaltiger gestaltet werden kann.

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